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Unbewusste Spritverbraucher

Wenn Sitzheizung und Gasfuß den Autotank leeren

Wem ist präsent, dass der Scheibenwischer mehr Strom verbraucht als Stand- oder Sitzheizung? Oder dass Frontscheibenheizung und elektrohydraulisches Verdeck die Spitzenreiter bei den unbewussten Spritverbrauchern sind?

Der ÖAMTC hat dazu zwei gerne gefahrene Fahrzeuge (Mazda 5 1.8 mit Ottomotor und VW Polo 1.6 TDI mit Dieselmotor) und ihre verschiedene Verbrauchergruppen (Licht, Multimedia, Klima, Winter/Wetter, Komfort und Sonstiges) untersucht. Die Testergebnisse mit und ohne elektronische Helferlein zeigen: Man kann von einer Faustregel ausgehen. 100 Watt elektrische Last im Auto bedeuten 0,1 Liter Sprit mehr pro 100 Kilometer. Beim Benziner etwas mehr, beim Diesel etwas weniger.

Beispiel: Fahrt in den Winterurlaub

Zieht man als Beispiel eine Autofahrt in den Winterurlaub heran, kommen etliche Watt Last zusammen, die sich deutlich im Spritverbrauch niederschlagen:

Zusammen ergibt das eine zusätzliche Last von etwa 1.100 Watt und einen Mehrverbrauch von ca. 1,1 l/100km.

Unbewusste Spritverbraucher

Verbraucher Watt (Mittelwert)
Lüftung (Mitteleinstellung) 171
Abblendlicht 125
Nebel-Schlussleuchten 53
Nebelscheinwerfer 110
Sitzheizung zwei Sitze 204
Lenkradheizung 50
Scheibenwischer 140
beheizte Außenspiegel 40
Radio 21
mittlerer HiFi-Verstärker 200

Mehr Verbrauch: falscher Gang und Ungeduld

Doch damit nicht genug. Es ist bekannt, dass man mit dem falschen Fahrhalten unnötig viel Kraftstoff verbraucht: Die vorliegende ÖAMTC-Test liefert neue Zahlen, die eine echte Motivation zum Spritsparen sind. So hat beispielsweise die Gangwahl einen enormen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch.

Falscher Gang im Madzda

Der Mazda im Test benötigte bei einer konstanten Fahrt für 50 km/h im fünften Gang 4,1 Liter Benzin, im dritten Gang 5,1 Liter auf 100 Kilometer. Das ist bezogen auf den fünften Gang ein Mehrverbrauch von 23,7 Prozent.

Falscher Gang im Polo

Wer den Polo konstant 80 km/h im fünften Gang fährt, braucht nur 3,2 Liter/100km, im vierten Gang 3,6 Liter (+ 15,2 Prozent), im dritten Gang 4,4 Liter (+39,2 Prozent). Es macht sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt, auf die Tourenzahlen zu achten und früher in einen höheren Gang zu schalten. Manche Autofahrer erwecken allerdings den Eindruck, dass sie das für extrem uncool halten. Denen sei nun bestätigt: Ein "Hatzerl" an der Ampel erhöht den Kraftstoffverbrauch beim Ottomotor um das bis zu 4,8-Fache im Vergleich zum normalen Motorlauf im Stand.

Auto wamlaufen lassen

Das gefrorene Auto im Stand warmlaufen lassen ist laut ÖAMTC-Test wenig wirksam, aber dafür äußerst umweltbelastend. Der Mazda verbrauchte bei Minus 10 Grad Außentemperatur in nur vier Minuten Sprit im Wert von 20 Cent - und emittierte hochkonzentrierte Schadstoffe. In dieser Zeit hat man die Scheiben händisch abgekratzt. Das Auto wärmt sich am besten beim Fahren auf.

Dachboxen als Spritfresser

Dachboxen sind praktisch, aber verursachen mit zunehmender Geschwindigkeit auch einen wachsenden Mehrverbrauch. Bei 100 km/h benötigt ein Mittelklassewagen rund 19 Prozent mehr Sprit, bei Tempo 130 sogar über 27 Prozent. Daher Dachboxen nie länger als benötigt auf dem Dach lassen.

Energiesparen beginnt im Kopf

Letztendlich ist es immer der Fahrer, der den größten Einfluss auf den Energieverbrauch seines Autos hat, denn "Energiesparen beginnt im Kopf".