Wasserrettung per Heli
Notarzthubschrauber als sinnvolle Ergänzung zu den bodengebundenen Rettungsmitteln
Auch in der Vergangenheit kam bei Ertrinkungsunfällen die Flugrettung zum Einsatz. Primär jedoch zur Lokalisierung der Verunglückten auf großen Wasserflächen oder Flußläufen. Die eigentliche Rettung und Bergung wurden bislang hauptsächlich von anderen Rettungsorganisationen wie Feuerwehr und Wasserrettung durchgeführt. Die Crew des Notarzthubschraubers kam dann erst wieder für die Versorgung des Verunglückten zum Einsatz.
Durch eine für Österreich neu entwickelte Bergemethode ergibt sich nun die Möglichkeit, verunfallte Personen nicht nur zu orten und zu behandeln, sondern auch zu bergen.
Neue Bergemethode
Die Idee hinter der neuen Bergemethode ist denkbar einfach. Der Pilot positioniert den ÖAMTC-Notarzthubschrauber in einer Höhe von ca. 15 Metern über dem Verunglückten. Sobald der Hubschrauber die optimale Position erreicht, wirft der Flugrettungssanitäter einen offenen Rettungsring in Richtung der verunfallten Person ab. Diese zieht sich den Rettuingsring, der durch ein Seil mit dem Helikopter verbunden ist, über die Schultern.
Schnelle Hilfe
Durch das Anheben des Hubschraubers spannt sich das Seil zwischen Hubschrauber und Rettungsring und bewirkt ein Zusammenziehen des Rings. Somit ist der Verunfallte fixiert und kann vom Helikopter an der Wasseroberfläche ans rettende Ufer geschleppt werden.
Herausforderung
Doch so einfach wie sich die Rettungsaktion in der Theorie darstellen lässt, ist die praktische Umsetzung bei weitem nicht. Hubschrauber-Einsätze über Gewässern bedeuten hohe Anforderungen an Mensch und Maschine.
Schwebt der Hubschrauber zu hoch über dem Patienten, kann es sein, dass der Rettungsring nicht optimal platziert werden kann. Fliegt der Helikopter zu niedrig, kann aufgewirbeltes Wasser dem zu Rettenden zum Verhängnis werden oder auch die Maschine beschädigen. Bei fließenden Gewässern mit leichter Strömung kommt hinzu, dass der Pilot die Fluggeschwindigkeit exakt an die Fließgeschwindigkeit des Flusses anzupassen hat.
Einsatz
Neben Christophorus 9 aus Wien wird auch Christophorus 11 aus Klagenfurt die Ausrüstung für dieses Bergeverfahren standardmäßig an Bord mitführen. Das System ist darauf ausgelegt, dass es möglichst schnell für den Einsatz vorbereitet und eingesetzt werden kann.