Nicht 1.000 Euro für einen Steinschlag riskieren
Schnelle Reparatur spart Geld und Ärger
Exakt 3.311 Steinschlagreparaturen verzeichnete der ÖAMTC-Oberösterreich im Jahr 2009, um 25 Prozent mehr als noch 2008 (2.646 Reparaturen). "Jeder der bei einem Steinschlag gleich zur Reparatur kommt, erspart sich viel Geld und Ärger", erklärt Herbert Breitenfellner, ÖAMTC-Techniker. "Für die Erste Hilfe bei dem 'Klack' gibt es beim ÖAMTC das kostenlose Steinschlagpflaster. Danach ist eine schnelle Reparatur der Scheibe ein Muss. Ansonsten kann sich der kleine Schaden rasch zu einem Riss erweitern und dann ist die ganze Scheibe zu wechseln." Mit Kosten von bis zu 1.000 Euro ist bei einem Tausch zu rechnen. Die meisten Steinschlag-Schäden passieren von Dezember bis April. Der Clubtechniker beschreibt, wie man am besten nach einem Steinschlag vorgeht:
Zuallererst - noch bevor man einen Steinschlag hat - besorgt man sich vorsorglich ein Steinschlagpflaster, damit man es im Falle des Falles bei der Hand hat.
Steinschlagpflaster auf die Stelle mit dem "Pecker" kleben. "Damit verhindert man, dass Schmutz und Nässe eindringen und später bei der Reparatur Spuren zurück bleiben", so der ÖAMTC-Techniker. Das Pflaster ist übrigens außen an der Scheibe anzubringen.
Sofort einen Reparaturtermin zur Schadensbehebung vereinbaren. "Wer zu lange wartet, riskiert Risse von der Einschlagstelle aus. Wenn das passiert, muss die Scheibe ausgetauscht werden", sagt Breitenfellner.
Eine Scheibenreparatur bringt viele Vorteile
"Die Scheibe behält ihre ursprüngliche Festigkeit und Dichtheit, die Vignette und das Pickerl müssen nicht ersetzt werden. Das Fahrzeug ist binnen einer Stunde wieder einsatzbereit", erklärt der ÖAMTC-Techniker.
Pickerl nicht verloren
Wenn man dann doch die Scheibe austauschen muss, ist die Vignette nicht verloren. Bei allen Dienststellen des Clubs wird gegen Vorzeigen des Vignettenabschnitts und der abgelösten Originalvignette sowie der Reparaturrechnung, der Antrag auf eine Ersatzvignette entgegen genommen. Man bekommt dann die Ersatzvignette sofort an Ort und Stelle. Außerdem erhält man gegen Vorlage des aktuellen Prüfberichts eine §57a Ersatzplakette. Ist das Fahrzeug jünger als drei Jahre genügt der Zulassungsschein als Nachweis.
WKOÖ-Tipp: Rechtzeitiger Blick in die Versicherungspolizze bringt Geldersparnis
"Die Kosten der Steinschlagreparatur werden von den meisten Kaskoversicherungen übernommen und direkt abgerechnet, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsbaustein Glasbruchschaden im Rahmen der KFZ-Kaskoversicherung abgeschlossen hat", erklärt Martin Kirchmayr, Obmann des Landesgremiums OÖ der Versicherungsagenten. Zusätzlich muss aber auch ein allfälliger Selbstbehalt für Glasbruchschäden berücksichtigt werden. Dies gilt allerdings nur für Schäden bei Windschutz- oder Heckscheiben, nicht jedoch bei sogenannten Kleinglasschäden. Darunter versteht man Beschädigungen z.B. der Blinker- oder Scheinwerferverglasung, die bei fast allen Kaskoversicherungen ohne Selbstbehalt zusätzlich versicherbar sind. Gerade weil bei diesen zusätzlichen Bausteinen die anfallende Prämie im Vergleich zu einem möglichen Schaden sehr gering ist, empfiehlt Obmann Martin Kirchmayr die Module Glasbruch- bzw. Kleinglasbruchschäden in die Kaskoversicherung zu integrieren.