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Sprit-Diskonter bringt Bewegung in den Markt

von Claudia Lagler

Salzburg hat sich vom Sprit-Hochpreisland zu einem günstigen Bundesland entwickelt. Der ÖAMTC unterstützt einen raschen Ausbau des Diskont-Tankstellennetzes.

Im Kampf David gegen Goliath haben die Salzburger Konsumenten gewonnen. Diese Bilanz lässt sich zwei Monate nach der Eröffnung von drei Diskonttankstellen der FE-Trading GmbH von Markus Friesacher im Bundesland Salzburg ziehen. Der neue Anbieter hat den Markt gehörig in Bewegung gebracht. "Salzburg ist vom Benzin-Hochpreisland zu einem der günstigsten Bundesländer geworden", ist Erich Lobensommer, Direktor des ÖAMTC Salzburg, positiv überrascht von der Entwicklung.

Dauerhafte Preissenkung

Diesel zwischen 0,921 und 0,942 Euro, Super zwischen 1,018 und 1,032 Euro: Ein Lokalaugenschein bei Tankstellen in der Stadt Salzburg an einem Abend Mitte August zeigte deutlich, dass die Preise an den Zapfsäulen fast überall nach unten gegangen sind. Die Autolenker profitieren demnach nicht nur bei den Diskonttankstellen der FE-Trading GmbH in Salzburg-Schallmoos, beim Flughafen und in Obertrum.

Spritpreis-Paradies für einen Tag

Begonnen hat der Preiskampf am 29. Juni: An diesem Tag sperrte die FE-Trading GmbH bei drei Hofer-Supermärkten in Salzburg seine Diskonttankstellen auf. Weil er direkt in Rotterdam einkauft, die Zapfsäulen ohne Personal betreibt und keine zusätzlichen Produkte oder Dienstleistungen anbietet, hat Friesacher eine günstige Kostenstruktur. Seine Ankündigung, mit zwei Cent unter den Preisen der etablierten Tankstellen zu bleiben, setzte eine Spirale nach unten in Gang, die Salzburg einen Tag lang zum absoluten Spritpreis-Paradies machte. Zahlreiche Die Tankstellen lizitierten sich nach unten und verkauften den Treibstoff und 50 bis 60 Cent. Die etablierten Anbieter hofften, dass dem Youngster unter den Tankstellenbetreibern rasch die Luft ausgehen würde. Mittlerweile hat sich der Preiskampf abgeschwächt, die Tarife für Benzin und Diesel sind an vielen Tankstellen in der Stadt Salzburg aber unter die 1-Euro-Marke gesunken.

Wettbewerbsbehörde untersucht

Der Preiskampf in Salzburg hat auch die Bundeswettbewerbsbehörde auf den Plan gerufen. Sie untersucht, ob bei der Preisschlacht gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen wurde und hat umfangreiche Erhebungen in Salzburg durchgeführt. "Konkurrenz belebt den Wettbewerb", sagte der Leiter der Wettbewerbsbehörde, Theo Thanner.

100 Tankstellen geplant

"Die Unruhe, die ich in den Markt bringe, wird letztendlich den Konsumenten zugute kommen", hatte Markus Friesacher vor dem Start seiner Diskonttankstellen prognostiziert. Zumindest im Großraum der Stadt Salzburg hat er die Preise deutlich nach unten getrieben. Wann er nach der Testphase in Salzburg weitere Standorte in Österreich aufsperren wird, lässt er noch offen.

Abends billiger Tanken

Bewegung im Markt hat auch die neue Preisauszeichnungsverordnung gebracht, die besagt, dass die Treibstoffpreise während eines Tages nur nach unten, aber nicht mehr nach oben korrigiert werden dürfen. Meist wird in der Früh relativ hoch begonnen, um die Preise während des Tages zu senken. "Sechs bis acht Mal pro Tag werden die Preise nach unten korrigiert", beobachtet ÖAMTC-Chef Lobensommer. Und er rät dazu, wenn möglich erst abends zu tanken.