eCall: Ein System rettet Leben
Bis zu 2.500 Verkehrstote weniger
Wie funktionieren die automatischen Helfer in der Not?
Das automatische Notrufsystem "eCall" kann Menschenleben retten. Gestohlene Fahrzeuge können über Satellit geortet und wiedergefunden werden. Zukunftsmusik? Nicht wirklich! Aber wie funktioniert diese Technik eigentlich und was gilt es zu beachten?
Was ist eCall eigentlich?
Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein automatisches Notrufsystem in Kraftfahrzeugen. Heißt: Nach einem Unfall sendet eine Black-Box automatisch und quasi in Echtzeit ein Notsignal aus. Das Ziel: die Verringerung des Sterberisikos nach Verkehrsunfällen. Durch die Zeitersparnis und die mitgesendeten Informationen könnten auf Österreichs Straßen rund 50 Menschenleben per anno gerettet werden, EU-weit sogar bis zu 2.500. eCall ist Teil der eSafety-Initiative der EU, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Anzahl der Unfalltoten bis 2015 zu halbieren.
15 Länder haben bislang die gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.
15 Länder haben bislang die gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.
Wie funktioniert eCall?
Ein eingebauter Crash-Sensor sendet unmittelbar nach einem Unfall einen Notruf. Die Meldungen werden an einen so genannten Public Safety Answering Point (PSAP), eine öffentliche Notrufstelle, weitergeleitet. Alle PSAP sollen europaweit unter der Nummer 112 erreichbar sein. Gesendet wird über ein GSM-Netz, d.h. Mobilfunkanbieter haben eine ganz entscheidende Rolle. Gleichzeitig werden wichtige Informationen an die Notrufzentrale übermittelt: Die Geschwindigkeit vor dem Unfall und die Aufprallwucht geben wichtige Hinweise über die Schwere des Crashs. Über Satellit wird die genaue Position des Fahrzeuges eruiert und weiter beobachtet. Geht in der ÖAMTC Einsatzzentrale ein Unfallalarm ein, versucht ein ÖAMTC Mitarbeiter den Fahrer über die vereinbarte Nummer zu erreichen. Hebt dieser nicht ab, wird die Rettungskette in Gang gesetzt.
Grenzüberschreitender Test mit ADAC und ACI
Nach dem erfolgreich verlaufenen ersten Pilottest im Sommer 2006 von Verkehrsministerium, ÖAMTC, mobilkom austria und Dolphin Technologies, der sich rein auf Österreich beschränkte, testete der ÖAMTC 2007 gemeinsam mit seinen Schwesterclubs in Deutschland und Italien (ADAC und ACI) die Funktionsweise des eCall grenzüberschreitend. Die Partner der Automobilclubs bei dem Test - der als erster nach den vorgegebenen EU-Empfehlungen durchgeführt wurde - waren Adam OPEL AG (GM), Continental Automotive Systems, T-Mobile-Deutschland und Airbiquity.
Neun Testfahrzeuge, ausgerüstet mit eCall-Einheiten, GPS-/GSM-Antenne für Positionsermittlung- und Notrufübertragung, einem Notrufknopf zur Simulation des Unfalles und einem System zur Feldstärkemessung der Mobilfunknetze, hat man in Österreich, Deutschland und Italien losgeschickt. Gleichzeitig wird der per GPS ermittelte Standort des Fahrzeugs an die Notrufzentrale übertragen. Von 450 definierten Orten wurden im Test insgesamt 900 Notrufe abgesetzt. Die Einsatzzentralen von ÖAMTC, ADAC und ACI nahmen die Notrufe entgegen.
Vielversprechende Ergebnisse
93% der simulierten Notrufe konnten die Callcenter empfangen und in 94% aller Notrufe war die Verbindung mit dem Fahrzeug innerhalb von 35 Sekunden nach Drücken des Notfallknopfes hergestellt. Die Überprüfung der Genauigkeit der übertragenen Position der Fahrzeuge ergab, dass 95% der Fahrzeuge innerhalb von 50m vom gesendeten Satellitensignal sich befanden, in 3% der Fälle waren es zwischen 50 und 100m. also Entfernungen, mit denen jede Hilfsorganisation sicherlich das verunfallte Fahrzeug gefunden hätte. Diese vorzüglichen Werte haben die von der EU vorgeschlagenen Richtwerte allesamt erfüllt, zum Großteil sogar übertroffen.
Wann kommt eCall?
Die positiven Ergebnisse dieses Tests geben dem ÖAMTC nun verstärkt die Möglichkeit, in Brüssel die Einführung von eCall im Sinne der Autofahrer zu gestalten. Eine Einführung ist aber angewiesen an die Einbindung der Telekommunikations- und Automobilindustrie, der Ministerien und der Versicherungswirtschaft. Derzeit ist von der EU geplant, eCall in allen Mitgliederstaaten (plus Island, Norwegen und Schweiz) ab 2015 für Neufahrzeuge verpflichtend zu installieren. Allerdings wird es ab dann ca. 10-12 jahre dauern, bis alle Fahrzeuge mit einem eCall-System ausgestattet sind. Für den ÖAMTC müssen bis dahin allerdings vor allem drei Dinge gewährleistet sein: Zum einen der Datenschutz, zum anderen die freie Dienstleisterwahl für mögliche weitere Features, wie z.B. automatischen Pannenruf oder Infodienste, die mit dieser Technologie zugänglich sein könnten. Außerdem muss die Notruffunktion eCall für den Fahrzeugbetreiber frei von laufenden Kosten sein.
Schon jetzt erhältlich
Wer nicht auf die Durchsetzung der EU-Forderungen warten möchte, kann sich über den Fachhandel schon jetzt derartige Telematikgeräte besorgen und einbauen lassen.
Die im Markt stärkst vertretenen Anbieter, wie z.B. UNIQA (Safeline), Dolphin Technologies, u.s.w. nutzen für den Ernstfall die ÖAMTC Einsatzzentrale als Notfallzentrale bei Unfall, Diebstahl oder auch bei sonstigen Mobilitätsproblemen.
Die im Markt stärkst vertretenen Anbieter, wie z.B. UNIQA (Safeline), Dolphin Technologies, u.s.w. nutzen für den Ernstfall die ÖAMTC Einsatzzentrale als Notfallzentrale bei Unfall, Diebstahl oder auch bei sonstigen Mobilitätsproblemen.
Satellitenortung gegen Autodiebe
Ca. 99% jener Fahrzeuge, die 2007 und 2008 gestohlen wurden, und mit einem elektronischen, satellitengestützten System ausgestattet waren, konnten wieder aufgefunden werden. Durch die Satellitenortung kann im Anlassfall punktgenau festgestellt werden, wo sich das Auto befindet.
Mittlerweile werden Satellitenortung und eCall auch bereits in Kombination angeboten.
Wie Sie als Clubmitglied davon profitieren können.